Emmy Noether Nachwuchsgruppe "Wolken-Klima-Wechselwirkungen"

Die Nachwuchsgruppe wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Emmy Noether Programm gefördert.

Kontakt: Johannes Quaas

 

Die Forschungsarbeiten der Nachwuchsgruppe zum Thema "Wolken-Klima-Wechselwirkungen" lassen sich in vier Teilbereiche gliedern:

  1. Aerosol-Wolken-Klima-Antriebe: Anthropogene Aerosolpartikel können als Wolkenkondensationskeime dienen und dadurch Wolkeneigenschaften und so den Einfluss der Wolken auf die Strahlung verändern. Dieser Antrieb des Klimawandels ist nur ungenau verstanden. In der Nachwuchsgruppe haben wir Satellitendaten benutzt, um mit Hilfe von statistischen Korrelationen, mit Untersuchungen von Schiffsemissionen ("ship tracks") und des Wochengangs die Effekte von Aerosolen auf Wolken und Strahlung zu quantifizieren, und um die Darstellung im Klimamodell zu evaluieren. Der Einfluss der Aerosole ließ sich zwar nachweisen, aber unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass in vielen Fällen bisherige Studien die Effekte in ihrer Stärke überschätzt haben. Dies gilt auch für den Einfluss von Aerosolen auf den indischen Monsun.

  2. Interpretation von Satellitendaten: Satellitenfernerkundung versucht, aus den gemessenen Strahlungseigenschaften Rückschlüsse auf die Eigenschaften der Atmosphäre zu ziehen. Wir haben die Satellitendaten für Wolkenwasser, Wolkenhöhen und Winde untersucht und dabei zahlreiche Probleme nachgewiesen, die bei der Anwendung der Daten berücksichtigt werden müssen.

  3. Wolken-Klima-Wechselwirkungen: Für zwei für das Klima der Erde besonders wichtige Regionen haben wir spezielle Moden der Wolken-Klima-Wechselwirkungen untersucht. In der Arktis deuten die Daten darauf hin, dass das Meereis-Minimum im Jahr 2007 teilweise durch eine besonders geringe Bewölkung erklärt werden kann. Im Amazonasgebiet legen unsere Ergebnisse nahe, dass Entwaldung die Wolkeneigenschaften und damit die Strahlung so beeinflusst, dass es eine erwärmende Rückkopplung gibt. Im globalen Maßstab schließlich konnten wir zeigen, dass es besonders die Wolken in der unteren Atmosphäre über den Ozeanen in den Tropen sind, die für die Klimasensitivität relevant sind. Der Vergleich von Modellsimulationen mit Beobachtungen dieser Wolken deutet darauf hin, dass eine hohe Klimasensitivität wahrscheinlich ist.

  4. Modellevaluierung und -verbesserung: Verlässliche Simulationen des zukünftigen Klimawandels sind nur möglich, wenn die Darstellung von Wolken im Modell verbessert wird. Ein Schwerpunkt der Arbeitsgruppe liegt auf der statistischen Beschreibung der Variabilität von Wolken, die durch das Klimamodell nicht aufgelöst werden kann ("subskalige Variabilität"). Die Evaluierung dieser statistischen Beschreibung mit Satellitendaten, mit bodengestützter Fernerkundung und mit hochaufgelösten Modellsimulationen erlaubt es uns, die bisherige Formulierung zu verbessern. Vergleiche der simulierten Wolken mit neuen Satellitendaten deckten weiterhin Probleme mit Cumuluswolken und Cumulonimbuswolken und daraus entstehenden Cirren auf. Neue Ansätze von Parametrisierungen, die wir gemeinsam mit der ETH Zürich und dem niederländischen Wetterdienst implementiert haben, halfen, die Übereinstimmung der Simulation mit den Beobachtungen zu verbessern.

 

Zwischen September 2006 und März 2011 wurden von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Nachwuchsgruppe 26 wissenschaftliche Artikel veröffentlicht. Im Rahmen der Ausbildung wurden acht Praktika, vier Studienarbeiten oder Bachelorarbeiten, sieben Diplomarbeiten, sieben Doktorarbeiten und eine Habilitation durchgeführt.

Neben der Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft wurde unsere Arbeit von der Europäischen Kommission in drei Projekten des Siebten Forschungsrahmenprogramms sowie einem Projekt im Marie Curie-Programm, vom Exzellenzcluster "CliSAP", vom Deutschen Wetterdienst und von der Max-Planck-Gesellschaft gefördert. Rechenzeit für Klimasimulationen wurde vom Deutschen Klimarechenzentrum zur Verfügung gestellt.

Alumni der Emmy Noether-Nachwuchsgruppe arbeiten an renommierten Wissenschaftszentren in Europa, wie dem EZMW (Reading, Großbritannien), der Univeristät Bergen (Norwegen), dem LMD/IPSL (Paris, Frankreich) und Deutschland (Geoforschungszentrum Potsdam, Deutscher Wetterdienst, Universität Leipzig).

Eine Übersicht über die Arbeiten bis Mitte 2009 finden Sie im Startet den Datei-DownloadZwischenbericht für die Deutsche Forschungsgemeinschaft.