MPI-M-Gründungsdirektor Klaus Hasselmann mit wissenschaftlichem Symposium geehrt

Wissenschaft
Klima
Veranstaltung
11.11.2011

Am 9. und 10. November 2011 kamen rund 150 Gäste aus aller Welt in Hamburg zusammen, um den Gründungsdirektor des Max-Planck-Instituts für Meteorologie (MPI-M), Prof. Dr. Klaus Hasselmann, mit einem Symposium für seine bahnbrechenden Beiträge zum wissenschaftlichen und öffentlichen Verständnis des Klimawandels zu ehren. Klaus Hasselmann gründete das MPI-M im Jahre 1975 und leitete es bis zu seiner Pensionierung in 1999.

 

Seine Forschung hat wesentlich zum Verständnis des Systems Ozean-Atmosphäre und der Vorhersage von Meereswellen, der Entstehung natürlicher Klimavariabilität sowie der Modellierung des globalen gekoppelten Ozean-Atmosphären-Kohlenstoffkreislaufs beigetragen.

 

Große Anerkennung erhielt er auch für seine Arbeit, die belegte, dass der jüngste Verlauf der globalen Erwärmung vor allem auf das menschliche Handeln zurückzuführen ist. Dank seiner hervorragenden Mathematikkenntnisse und seines großen Wissens über die grundlegenden System-Eigenschaften von Ozean, Atmosphäre und Land entwickelte Klaus Hasselmann eine "Fingerabdruck-Methode", die den Einfluss von Naturphänomenen von den Auswirkungen vermehrter, durch den Menschen bedingter Treibhausgasproduktion trennte. Damit schuf er einen Meilenstein in der Wissenschaft: Erstmals ließ sich also zwischen dem Einfluss des Menschen und der Natur auf den beobachteten Klimawandel unterscheiden. Seinen fortwährenden Aktivitäten ist es zu verdanken, dass sich eine breit anerkannte Wissenschaftsgemeinde zum Klimawandel geformt hat.

 

Neben seinen wissenschaftlichen Leistungen würdigten die Symposiumsgäste, darunter wissenschaftliche Weggefährten wie Carl Wunsch, Walter Munk und Paul Crutzen sowie ehemalige und derzeitige Kollegen des MPI-M, auch seine persönlichen Stärken: Seinen großartigen Humor, seine Menschlichkeit sowie seine Courage, die Wissenschaft im Allgemeinen und seine Forschung im Besonderen gegen alle Widerstände zu verteidigen. Er lebte das Motto: "Die beste Verteidigungsstrategie ist es, gute Wissenschaft zu machen!"

 

Nach seinem Studium der Physik und Mathematik in Hamburg promovierte Klaus Hasselmann 1957 an der Universität Göttingen. Er lehrte an der Scripps Institution of Oceanography (1961 - 1964) und am Woods Hole Oceanographic Laboratory (1970 - 1972), beide USA, sowie am Institut für Geophysik der Universität Hamburg (1973 - 1974). Seit 1999 ist er Emeritus am Max-Planck-Institut für Meteorologie.

 

In seiner Karriere wurde Klaus Hasselmann mehrfach für seine herausragenden Forschungsarbeiten ausgezeichnet, u. a. mit dem Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt im Jahr 1998. 2002 erhielt er die Vilhelm-Bjerknes-Medaille der Europäischen Geowissenschaftlichen Union; 2009 wurde ihm der hochdotierte BBVA Foundation Frontiers of Knowledge Award der spanischen BBVA-Stiftung in der Kategorie Klimawissenschaften verliehen.

 

(Fotos: Michael Böttinger, DKRZ)

 

 

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