Umweltverschmutzung durch zukünftigen Schiffsverkehr durch die arktischen Passagen erwartet

Ein internationales Forscherteam aus Frankreich, Deutschland und den USA hat mittels Modellrechnungen herausgefunden, dass die Luftqualität im Gebiet der Arktis sich verschlechtern wird. Aufgrund der zu erwartenden globalen Erwärmung wird ein erheblicher Rückgang des arktischen Meereises bis zum Ende des 21. Jahrhunderts angenommen. Eine Folge davon wäre eine schiffbare Nordost- und Nordwestpassage. Eine Zunahme des Schiffsverkehrs in dieser Region würde neue Umweltprobleme, einschließlich abnehmender Luftqualität bedeuten.

 

Die Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg sowie vom Service d’Aeronomie/IPSL in Paris, Frankreich und vom National Center for Atmospheric Research in Boulder, Colorado, USA zeigen mit Modellrechnungen, dass als Konsequenz der Schiffsbewegungen in den nördlichen Passagen in den Sommermonaten die bodennahen Ozonkonzentrationen um den Faktor 2-3 erhöht sein können. Durch die Freisetzung bedeutender Mengen Kohlenmonoxide und Stickoxide und anderer chemischer Substanzen durch die Schiffsmotoren kann sich die Konzentration atmosphärischer Photooxidantien und weiterer Sekundärprodukte stark erhöhen. Die vorhergesagten Ozonkonzentrationen von 40-60 ppbv sind derzeitigen Werten in Industrieregionen der Nordhalbkugel vergleichbar.

 

Für die Modellierung wurde ein europäisches Klimamodell (ECHAM5/MPI-OM) und ein amerikanisches Chemietransportmodell (MOZART-4) benutzt.

 

Originalveröffentlichung:

 

Granier et al (2006): Ozone pollution from future ship traffic in the Arctic northern Passages, Geophy. Res. Lett., L13807, doi:10.1029/2006GL026180; www.agu.org/journals/gl/gl0613/2006GL026180/

 

Autoren :

 

Claire Granier (1,3,6), Ulrike Niemeier (2), Johann H. Jungclaus (2),

Louisa Emmons (4), Peter Hess (4), Jean-François Lamarque (4),

Stacy Walters (4) und Guy P. Brasseur (2,5)

 

1. Service d’Aéronomie/IPSL, Paris, France

2. Max-Planck-Institut für Meteorologie, Hamburg, Deutschland

3. CIRES und NOAA ESRL Chemistry Sciences Division, Boulder, USA

4. National Center for Atmospheric Research, Boulder, USA

5. jetzt National Center for Atmospheric Research, Boulder, USA

6. früher am Max-Planck-Institut für Meteorologie, Hamburg, Germany

 

Kontakt:

 

Dr. Ulrike Niemeier

Max-Planck-Institut für Meteorologie

Tel: 040 41173 130

e-mail

 

 

Dr. Johann Jungclaus

Max-Planck-Institut für Meteorologie

Tel.: 040 41173 109

e-mail

 

12. Juli 2006