Silvia Kloster mit Otto-Hahn-Medaille ausgezeichnet
Dr. Silvia Kloster, ehemalige Doktorandin am Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M) in Hamburg, erhält die Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft (MPG). Die Medaille wird der jungen Wissenschaftlerin für ihre Untersuchungen zum Einfluss der Klimaerwärmung auf die Produktivität der marinen Biosphäre und deren Rückwirkungen auf das Klima während der Jahreshauptversammlung der MPG im Juni in Kiel verliehen.
In ihrer Dissertation „Der DMS-Zyklus im Ozean-Atmosphären-System und dessen Resonanz auf anthropogene Störungen“ hat Silvia Kloster eine Hypothese getestet, die vor ca. 20 Jahren von den Autoren Charlson, Lovelock, Andreae und Warren aufgestellt wurde und die Diskussion um die Rolle der Biosphäre im Klimasystem erheblich befruchtet hat. Die Hypothese besagt, dass in einem wärmeren Klima die Produktion von Phytoplankton in der euphotischen Zone der Ozeane zunimmt. Bei den Abbauprozessen von Phytoplankton wird über einige Zwischenschritte die Schwefelkomponente Dimethylsulfid (DMS) freigesetzt. Ein Teil des von der marinen Biosphäre produzierten DMS gast in die Atmospäre aus, oxidiert dort zu Schwefeldioxid und Sulfat, erhöht damit die Aerosolbeladung der Atmosphäre und wirkt abkühlend. Obwohl diese „biogene Thermostat-Hypothese“ in der wissenschaftlichen und auch populäreren Literatur (unter Einbeziehung der terrestrischen Biosphäre als GAIA Hypothese bekannt) intensiv diskutiert wurde, ist sie bis dato weder bewiesen noch widerlegt worden. Frau Kloster hat in Ihrer Arbeit erstmals alle Systemkomponenten, die zur Untersuchung dieser Hypothese von Bedeutung sind, in einem Modellsystem zusammengeführt. Sie konnte zeigen, dass in einem wärmeren Klima die marine Produktivität abnimmt, und hat damit die Hypothese widerlegt.
Frau Kloster wurde im Fachbereich Geowissenschaften der Universität Hamburg promoviert. Ihre Dissertation wurde mit der höchsten Note „summa cum laude“ bewertet.
Seit 1978 zeichnet die Max-Planck-Gesellschaft jedes Jahr junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für herausragende wissenschaftliche Leistungen mit der Otto-Hahn-Medaille aus. Durch die Preisverleihung sollen besonders begabte Nachwuchswissenschaftler zu einer späteren Hochschul- bzw. Forscherkarriere motiviert werden.
Kontakt:
Dr. Silvia Kloster
Institute for Environment and Sustainability
Ispra, Italien
Dr. Johann Feichter
Max-Planck-Institut für Meteorologie
Tel: 040 41173 317
e-mail
Dr. Ernst Maier-Reimer
Max-Planck-Institut für Meteorologie
Tel: 040 41173 233
e-mail
3. Mai 2007


