Modell-UN-Klimakonferenz endet mit einem Kompromiss

Vom 7. bis 9. Dezember 2009 fand am Max-Planck-Institut für Meteorologie eine Modell-UN-Klimakonferenz statt. Drei Tage lang wurde der „echte“ Weltklimagipfel in Kopenhagen nachgestellt: Jeder Teilnehmer repräsentierte die Delegation eines Vertragsstaates und auch der Ablauf der Modell-Konferenz war eng an das Prozedere der UN-Konferenz angelehnt.
"Klimapoker - EU öffnet ihren Geldbeutel" titelt Spiegel-Online am 11. Dezember 2009, während die Klimakonferenz in Kopenhagen im vollen Gange ist. Dieselbe Dynamik prägte die Modell-UN-Klimakonferenz am Max-Planck-Institut für Meteorologie, die bereits zwei Tage zuvor abgeschlossen wurde. 48 Stunden lang wurden intensive Verhandlungen geführt, die in einem mühsam austarierten Kompromiss endeten. Das Ergebnis ist eine Erweiterung und Ergänzung des Kyoto-Protokolls, die keine kurzfristigen Ziele oder substantiellen Fortschritte auf dem Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung aufweisen kann und somit im Kontrast zum 2 Grad-Ziel steht, das im Vorfeld des Gipfels (u. a. von der G20) ausgegeben wurde.
"Die westliche Welt war nicht bereit, über ihre vor dem Gipfel bekannt gegebenen Ziele hinauszugehen, solange China und Indien sich nicht auf bindende Emissionsreduktionsziele einlassen", so Florian Rauser, dänischer Repräsentant und Gastgeber der Modellkonferenz. "Die Weigerung der westlichen Welt, einen konkreten Weg hin zu Klimagerechtigkeit in Form global angepasster Pro-Kopf-Emissionen zu gestalten, war das größte Hindernis auf dem Weg zu einem gerechten Kompromiss", hält Peter Düben, Repräsentant der indischen Delegation, dagegen.
Am Ende drohte eine von China angeführte Gruppe von Entwicklungsländern den Vorschlag der EU zu torpedieren. Ein Angebot der USA und der EU, jeweils mindestens 6 Milliarden Euro pro Jahr in einen Klimafolgenfonds zu stecken, führte schließlich doch noch zu einer Einigung in letzter Minute und der Verabschiedung einer Anpassung des Kyoto-Protokolls ohne Gegenstimmen.
"Alle Teilnehmer blicken nun gespannt auf den Ausgang der echten Klimakonferenz in Kopenhagen. Sobald diese Ergebnisse vorliegen, werden wir detailliert diskutieren, welche Dynamiken zu Unterschieden im Ergebnis geführt haben und was die Ergebnisse für die Klimapolitik der nächsten Jahre wirklich bedeuten", fasst das Organisationskomitee die Stimmung nach der Konferenz zusammen.
Pressemitteilung der Max-Planck-Gesellschaft (pdf-Download)
Pressemitteilung des MPI-M zum Start der Modell-UN-Klimakonferenz
Kontakt:
Florian Rauser
Tel.: 040 411 73 184
Peter Düben
Tel.: 040 411 73 458
Rosina Grimm
Tel.: 040 411 73 193
11. Dezember 2009



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