Martin Claußen neues Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften

- © KlimaCampus Hamburg, Foto: D. Ausserhofer
Prof. Dr. Martin Claußen, Direktor am Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M) und Professor für Meteorologie an der Universität Hamburg, wurde als Ordentliches Mitglied in die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften gewählt. Im Rahmen der Festsitzung zum Einsteintag am
21. November 2008 wurden die im 2. Halbjahr 2008 in die Akademie gewählten Mitglieder in Potsdam vorgestellt und erhielten ihre Mitgliedsurkunden.
Martin Claußen verbindet die Erfahrungen der geowissenschaftlich/ paläontologisch geprägten Klimaforschung und der meteorologisch/ physikalisch orientierten Klimatologie. Damit gehört er zu der sehr kleinen Gruppe von Klimaforschern, die in der Lage ist, die heutige Klimasituation und die mögliche künftige Klimaentwicklung vor dem Hintergrund der natürlichen Klimaänderungen in der Vergangenheit und deren Ursachen zu bewerten und zu verstehen. Sein Forschungsspektrum reicht von der modelltheoretischen Untersuchung der Vegetation im Klimasystem und der globalen Wechselwirkung zwischen Geosphäre und Biosphäre über die Klima- bzw. Klimasystemmodellierung und die Ursachen von raschen natürlichen Klimaänderungen in der Vergangenheit bis zu Ansätzen für eine Erdsystemmodellierung. Martin Claußen gehört zu den Ersten, die Vegetationsmodelle mit meteorologischen Modellen der Atmosphärendynamik gekoppelt haben. Als Erstem gelang ihm der Nachweis, dass die Wechselwirkung zwischen Atmosphäre und Vegetation eine wichtige Rolle für paläoklimatische Veränderungen im nördlichen Afrika gespielt hat und verantwortlich war für Ausdehnung und Rückzug der Sahara während der Glazial-Interglazial-Zyklen der letzten 400.000 Jahre. Seine fundamentale Entdeckung, dass das System Atmosphäre-Vegetation mehrere Gleichgewichtszustände annehmen kann, so dass die Sahara unter verschiedenen Klimabedingungen nicht nur Wüste, sondern zumindest in weiten Teilen auch eine relativ grüne Savanne sein könnte, hat die Entwicklung der Paläoklimamodellierung maßgeblich geprägt.
Martin Claußen ist seit 2005 wissenschaftliches Mitglied und Direktor am MPI-M sowie Professor für Meteorologie an der Universität Hamburg. Er begann seine wissenschaftliche Laufbahn an der Universität Hamburg. Nach seinem Studium der Meteorologie promovierte er 1984 an der Universität Hamburg. Danach forschte er mehrere Jahre als Post Doc und Wissenschaftler sowohl am GKSS Forschungszentrum als auch am MPI-M und habilitierte sich 1991 an der Universität Hamburg. Von 1996 bis 2002 war er Professor für Theoretische Klimatologie an der Freien Universität Berlin und Leiter der Abteilung „Klimasystem“ des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) sowie von 2002 bis 2005 Professor für Klimaphysik an der Universität Potsdam und Geschäftsführender Direktor des PIK.
Die internationale Anerkennung seiner Forschungen findet ihren Ausdruck in der Mitgliedschaft namhafter nationaler und internationaler Akademien sowie der Berufung in Editorial Boards und als Gutachter internationaler Fachzeitschriften, vor allem aber auch durch die höchste wissenschaftliche Ehrung auf dem Gebiet der Paläo-Klimaforschung – der Verleihung der Milutin Milankovic-Medaille der European Geosciences Union (2005).
Zur Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften:
Die unter wechselnden Namen auf eine bewegte Geschichte zurückblickende Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (vormals Preußische Akademie der Wissenschaften) wurde 1992 durch einen Staatsvertrag zwischen den Bundesländern Berlin und Brandenburg ins Leben gerufen. 1993 nahm sie unter Leitung des Gründungspräsidenten Hubert Markl ihre Tätigkeit auf.
Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften steht in der Tradition der von Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 - 1716) im Jahre 1700 konzipierten und als spätere Preußische Akademie der Wissenschaften weltweit zu Ruhm und Ansehen gelangten Berliner Wissenschaftsakademie. 76 Nobelpreisträger prägen diese Geschichte. Mit ihren rund 200 gewählten Mitgliedern – herausragende Vertreter ihrer Disziplin – ist die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften eine Fach- und Ländergrenzen überschreitende Wissenschaftlervereinigung, die ihren Hauptsitz in Berlin am Gendarmenmarkt hat.
Die Akademie dient der Förderung der Wissenschaften. Ihr Forschungsprofil kennzeichnen Arbeiten zur Erschließung des kulturellen Erbes, inter- und transdisziplinär angelegte Projekte von wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Bedeutung sowie der Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit.
Mehr Informationen unter: www.bbaw.de
Kontakt:
Prof. Dr. Martin Claußen
Max-Planck-Institut für Meteorologie und
Meteorologisches Institut der Universität Hamburg
Tel.: 040 41173 226
E-Mail: martin.claussen@zmaw.de
21. November 2008


