Jochem Marotzke mit Fridtjof-Nansen-Medaille ausgezeichnet

- © KlimaCampus Hamburg, Fotograf D. Ausserhofer
Prof. Dr. Jochem Marotzke, Geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für Meteorologie (MPI-M) in Hamburg, erhält die Fridtjof-Nansen-Medaille 2009 der Europäischen Geowissenschaftlichen Union (EGU). Die Medaille wird seit 1996 von der Sektion der Meereswissenschaften zur Erinnerung an das wissenschaftliche Werk von Fridtjof Nansen verliehen. Die Verleihung der Medaille erfolgt am 23. April 2009 im Rahmen der Jahrestagung der EGU in Wien. Jochem Marotzke hält dazu eine „Medal Lecture“.
Jochem Marotzke erhält diese Auszeichnung „für seine bahnbrechenden Forschungsbeiträge zum Verständnis und zur Beschreibung der ozeanischen raum- und zeitabhängigen thermohalinen Zirkulation und für die Entwicklung von Modellierungsmöglichkeiten“.
1991 entwickelte Jochem Marotzke ein Konzept der Stabilität der globalen ozeanischen thermohalinen Zirkulation, indem er die Existenz von einigen stabilen Moden annahm und mögliche Vorhersagbarkeiten implizierte. Er beschrieb dann verschiedene Schlüsselmechanismen der ozeanischen Zirkulation wie die vertikale Vermischung, die Differenzierung des Ekmantransports und die Rolle der Umwälzbewegung in den tropischen und hohen Breiten. Für allgemeine Zirkulationsmodelle entwickelte Jochem Marotzke ein Vermischungsschema an Grenzflächen, welches nicht verschwindende vertikale Vermischung nur nahe von Seitenbegrenzungen und in konvektiven Regionen erlaubt. Dies wurde obligatorisch in ozeanischen allgemeinen Zirkulationsmodellen. Er formulierte eine Theorie der dreidimensionalen thermohalinen Umwälzbewegung mit der Abhängigkeit der Stärke der Umwälzung von der geographischen Breite.
Seit dem Jahr 2000 untersuchen Jochem Marotzke und seine Mitarbeiter die dreidimensionale Dynamik der äquatorialen asymmetrischen thermohalinen Strömung einschließlich des Ekmantransports. Sie zeigten, dass ein sehr starker Transport über den Äquator stattfindet, der durch verstärkte Vermischung in der Hemisphäre mit niedrigerer Oberflächendichte verursacht wird. Jochem Marotzke initiierte, entwickelte und führte das RAPID-Projekt durch, um die atlantische Umwälzbewegung bei 26° N zu beobachten.
Jochem Marotzke erwarb 1990 seinen Doktortitel an der Universität Kiel bei Jürgen Willebrand. Viele Jahre verbrachte er am Massachusetts Institute for Technology (MIT), USA. Zunächst arbeitete er als PostDoc mit Carl Wunsch und wurde dann Assistent Professor und später Associate Professor für Ozeanographie. 1999 überquerte er den Nordatlantik in Richtung England, wo er in Southampton als Professor für Ozeanographie am Southampton Oceanography Centre bis 2003 wirkte. Seitdem ist er Wissenschaftliches Mitglied und Direktor am Max-Planck-Institut in Hamburg, wo er die Abteilung „Ozean im Erdsystem“ leitet. Darüber hinaus ist Jochem Marotzke Honorarprofessor der Universität Hamburg und kommissarischer Wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Klimarechenzentrums (DKRZ).
Weitere Informationen:
Rapid: The NERC directed programme for rapid climate change research
Kontakt:
Prof. Dr. Jochem Marotzke
Max-Planck-Institut für Meteorologie
Tel: 040 41173 311
E-Mail: jochem.marotzke@zmaw.de
23. April 2009


