Guy Brasseur verlässt das Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg

Seit 1999 leitete er die Abteilung „Atmosphäre im Erdsystem“ am MPI-M. Prof. Brasseur wechselt nach sechs erfolgreichen Jahren in Hamburg an das National Center for Atmospheric Research (NCAR) in Boulder, Colorado, USA.

Prof. Brasseur wird in Boulder die Stelle als Forschungsdirektor und als Leiter des „Labors für das Erd- und Sonnensystem“ übernehmen. Guy Brasseur war bereits von 1990 bis 1999 Direktor der Abteilung für Atmosphärische Chemie am NCAR.

Guy Brasseur studierte an der Freien Universität Brüssel in Belgien, wo er Ingenieursgrade in Physik und in Telekommunikation und Elektronik bekam. Er arbeitete als Post Doc am Belgischen Institut für Raumfahrt, wo er seine Arbeiten an Modellen für Photochemie und Transporte in der mittleren Atmosphäre fortsetzte. Von 1977 bis 1981 war er gewähltes Mitglied des belgischen Abgeordnetenhauses und Delegierter am Europaparlament ins Straßburg und der Westeuropäischen Union in Paris.

1988 wechselte Guy Brasseur als Seniorwissenschaftler ans NCAR und wurde 1990 Direktor der Abteilung für Atmosphärische Chemie. Während seiner Zeit am NCAR war er Herausgeber des Journal of Geophysical Research (Atmosphäre) und war von 1994 bis 2001 Vorsitzender des Internationalen Atmosphärenchemie Projekts (IGAC) des Internationalen Geosphären-Biosphären-Programms (IGBP). Ende 1999 wurde er Direktor am Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg. Er war Professor an den Universitäten Hamburg und Brüssel und Wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Klimarechenzentrums, welches einen der leistungsstärksten Supercomputer für die Klima- und Erdsystemforschung besitzt. Guy Brasseur hat in seiner Zeit als Direktor des MPI-M u.a. die International Max Planck Research School (IMPRS) am Institut etabliert, durch die der Zustrom talentierter Nachwuchswissenschaftler aus aller Welt ans MPI-M für lange Zeit gesichert ist. Weiterhin ist Guy Brasseur Vorsitzender des Wissenschaftlichen Komitees von IGBP, welches die Erdsystemwissenschaften auf internationalem Niveau vorantreibt. Guy Brasseur wurde vielfach für seine Forschungsarbeiten geehrt. So erhielt er 2005 die Ehrendoktorwürde der Pariser Universität Marie & Pierre Curie. Zudem ist er Fellow der Amerikanischen Geophysikalischen Union (AGU).