Felix Landerer mit Otto-Hahn-Medaille ausgezeichnet

Dr. Felix Landerer, Postdoktorand am Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M) in Hamburg, erhält die Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft (MPG). Die Medaille wird dem jungen Wissenschaftler für seine Untersuchungen zu  Schwankungen des Meersspiegels und der Verteilung oberflächennaher Wassermassen im Erdsystem während der Jahreshauptversammlung der MPG im Juni in Dresden verliehen.

 

 

In seiner Dissertation „Sea Level and Hydrological Mass Redistribution in the Earth System: Variability and Anthropogenic Change“ hat Felix Landerer einen Bogen gespannt von den Mechanismen künftiger anthropogener Änderungen im Meeresspiegel, über ein systematisches Erfassen des Wasseraustauschs zwischen den verschiedenen Kompartimenten  im Erdsystem (Ozean, Atmosphäre, Landoberfläche), bis hin zu der Auswirkung solchen Wasseraustauschs auf die Rotationsparameter sowie das Schwerefeld der Erde. Dieses bislang unerreichte Erfassen von so vielen Teilbereichen des Erdsystems, gekoppelt mit Analysen auf höchstem technischem Niveau, macht Felix Landerers Dissertation zu einer richtungweisenden Arbeit in der Erdsystemdynamik.

 

Die Arbeit verknüpft die Analyse eines höchst komplexen Modelldatensatzes mit neuen, grundlegenden theoretischen Erkenntnissen, wie etwa die Verbindung zwischen thermisch bedingtem Meeresspiegelanstieg und einer daraus resultierenden Massenverlagerung hin zu den arktischen Schelfen. Diese Massenverlagerungen führen wiederum zu prägnanten geodätischen Signalen, die bisher nicht berücksichtigt wurden. So verringert sich z.B. das sogenannte Tageslängensignal um Bruchteile einer Millisekunde, und auch der Rotationspol der Erdachse wird um einige Meter verschoben, wenn der Meeresspiegel ansteigt. Darüber hinaus hat Felix Landerer untersucht, wie natürliche Klimaschwankungen, insbesondere die sehr prominenten El Nino und La Nina Ereignisse, den Meeresspiegel und Wasseraustausch im Erdsystem beeinflussen. Die Ergebnisse helfen, momentan real beobachtete Trends und Schwankungen zu interpretieren, und die Bandbreite zukünftiger Änderungen abzuschätzen.

 

Seit 1978 zeichnet die Max-Planck-Gesellschaft jedes Jahr junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für herausragende wissenschaftliche Leistungen mit der Otto-Hahn-Medaille aus. Sie ist mit einem Anerkennungsbetrag verbunden. Durch die Preisverleihung sollen besonders begabte Nachwuchswissenschaftler zu einer späteren Hochschul- bzw. Forscherkarriere motiviert werden. Felix Landerer beginnt im August seine neue Position am Jet Propulsion Laboratory (JPL) am renommierten California Institute of Technology, USA.

 

Kontakt:

 

Dr. Felix Landerer

Max-Planck-Institut für Meteorologie

Tel: 040 41173 158

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Prof. Dr. Jochem Marotzke

Max-Planck-Institut für Meteorologie

Tel: 040 41173 311

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Dr. Johann Jungclaus

Max-Planck-Institut für Meteorologie

Tel: 040 41173 109

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23. April 2008