Dirk Notz für internationales Klima-Jugendcamp und wissenschaftliches Messprogramm unterwegs in der Arktis

Gleich zwei Projekte führen Dr. Dirk Notz vom Max-Planck-Institut für Meteorologie (MPI-M) in den kommenden Monaten in die Arktis: 50 km südlich des Polarkreises, im isländischen Húsavík, unterstützt er das von Arved Fuchs initiierte internationale Jugendcamp „Ice-Climate-Education (ICE)“.
10 Schülerinnen und Schülern aus sieben Nationen wird er vom 22. Juni bis zum
3. Juli 2009 die Thematik des Klimawandels näherbringen und mit ihnen über mögliche Lösungsstrategien diskutieren. In den Wintermonaten begibt sich der Wissenschaftler dann in noch nördlichere Gefilde. In Grönland leitet er ein umfangreiches wissenschaftliches Messprogramm, um das Wachsen und Schmelzen insbesondere von dünnem Meereis besser verstehen zu können.

 

Die Arktis hat sich in den letzten Jahrzehnten etwa doppelt so schnell erwärmt wie der Rest der Erde und auch in Zukunft wird die Klimaerwärmung hier stärker zu spüren sein als in unseren Breiten. Doch was bedeutet dies ganz konkret? Genau aufgrund dieser Frage findet Dirk Notz das ICE-Camp so sinnvoll und wirkt nun bereits zum dritten Mal mit: Nur, wer schon einmal in der Arktis war, einen Gletscher angefasst, die Verletzlichkeit dieser Landschaft kennen gelernt hat, weiß die Schönheit der Region wirklich zu schätzen und wird so eine stärkere Sensibilität sowohl für den arktischen, als auch für den globalen Klimawandel entwickeln. Unter der wissenschaftlichen Beratung von Dirk Notz werden die Schülerinnen und Schüler im Alter von 16 bis 20 Jahren die Situation in der Arktis mit der in ihren Heimatländern vergleichen und Ideen sammeln für spätere Aktionen an ihren Schulen. Das Konzept der Nachhaltigkeit geht auf: Beispielsweise haben sich einige Teilnehmer der vorangegangen zwei Camps für Studienfächer und Berufe im naturwissenschaftlichen Bereich entschieden und an ihren Schulen umfassende Klimaschutzprojekte angestoßen.

 

Das Jugendprojekt auf Island ist eingebunden in Arved Fuchs’ Expedition „Nordpoldämmerung“, zu der er am 9. Juni 2009 mit seinem Segelschiff „Dagmar Aaen“ vom Hamburger Hafen aus gestartet ist. Im Anschluss an das ICE-Camp macht sich Fuchs mit seiner Crew auf an die Nordwestküste Grönlands und begibt sich auf die Spuren der Greely-Expedition von 1881 bis 1884. In Grönland wird das Schiff auch überwintern und dann von Dirk Notz für ein umfangreiches Forschungsprogramm genutzt. Er möchte zusammen mit seiner Arbeitsgruppe vom MPl-M herausfinden, warum das Meereis im arktischen Raum in den letzten Jahren extrem schnell abgenommen hat. Sein Interesse gilt dabei vor allem dem besonders dünnen „einjährigen“ Meereis. Konnte das Meereis in der Vergangenheit häufig mehrere Jahre wachsen, wird sich das Eis aufgrund der Klimaerwärmung zukünftig wohl nur noch in den Wintermonaten bilden und dann im Sommer weitestgehend verschwinden. Mit neuartigen Messinstrumenten, die vor Beginn der Überwinterung im offenen Wasser ausgesetzt und dann vom wachsenden Meereis eingeschlossen werden, sind erstmals sehr präzise Untersuchungen möglich. Dirk Notz und seine Arbeitsgruppe werden diese neuen Erkenntnisse anschließend in die Klimamodelle des MPI-M einbauen und somit eine genauere Voraussage über die Meereisentwicklung ermöglichen.

 

Dirk Notz leitet am MPI-M die selbstständige Nachwuchsgruppe „Meereis im Erdsystem“.

 

 

externer Link folgtIce-Climate-Education Camp 2009

 

 

Kontakt:

 

Dr. Dirk Notz

Tel.: 040 41173 163

E-Mail: Öffnet ein Fenster zum Versenden einer E-Maildirk.notz@we dont want spamzmaw.de

 

 

22. Juni 2009