Abgeschwächte thermohaline Zirkulation erhöht Schneebedeckung über Europa
AGU Journal Highlight
Globale Klimamodelle und Paläodaten zeigen zusammenhängende Perioden schwacher oder nicht vorhandener thermohaliner Zirkulation (THC) mit ausgedehnter Abkühlung im Gebiet des Nordatlantik. Die niedrigen räumlichen Auflösungen älterer Klimamodelle verhinderten bisher detaillierte Analysen der Effekte durch eine abgeschwächte Zirkulation auf spezielle Gebiete in Europa. Um dies zu untersuchen, benutzten Jacob et al. ein hochauflösendes regionales Klimamodell innerhalb eines globalen Klimamodells. Es wurde ein Experiment mit der Abschwächung der THC durch zusätzlichen Süßwassereintrag in den Nordatlantik entsprechend dem Abschmelzen von einem Sechstel des grönländischen Eisschilds innerhalb von 100 Jahren durchgeführt. Gemäß der Modellhierarchie reduziert diese Annahme die Stärke der THC um die Hälfte, ändert sich die atmosphärische Zirkulation und nehmen maritime Klimaeinflüsse über Europa zu. Das Modell sagt mehr als 3°C Abkühlung an der Oberfläche des Nordatlantik voraus, was die Wintertemperaturen in Nordeuropa um 1.5°C und mehr fallen lässt. Der Niederschlag nimmt ebenfalls im Modell ab, insbesondere im Sommer. Der verbleibende Niederschlag fällt als Schnee, was zum Anstieg der Albedo über Skandinavien, Norddeutschland und Großbritannien, und über Gebirgen führt. Sollten diese Szenarien eintreffen, stellen die Autoren fest, dass der Energieverbrauch durch die Menschen in Europa als Reaktion auf die niedrigen Temperaturen ansteigen würde.
Originalveröffentlichung:
Jacob, D., H. Goettel, J. Jungclaus, M. Muskulus, R. Podzun, and J. Marotzke (2005), Slowdown of the thermohaline circulation causes enhanced maritime climate influence and snow cover over Europe, Geophys. Res. Lett., 32, L21711, doi:10.1029/2005GL023286.
Kontakt:
Dr. Daniela Jacob
Max-Planck-Institut für Meteorologie
Tel: 040 - 41173 - 313
e-mail
12. Dezember 2005


